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AG ProMyelo

Arbeitsgruppe ProMyelo

Das vorrangige Forschungsinteresse der Arbeitsgruppe ProMyelo umfasst die Physiologie und Pathologie de- und remyelinisierender Prozesse des Zentralnervensystems. Ein Hauptfokus richtet sich hierbei auf die Modulation neuroinflammatorischer Signalkaskaden durch Oligodendrozyten und die Fragestellung, wie neue inflammatorische Läsionen von Gehirn-intrinsischen Prozessen gesteuert werden können. Neben geeigneten Zellkultursystemen benutzen wir Multiple Sklerose-relevante Tiermodelle, wie etwa die experimentelle autoimmune Enzephalomyelitis, globale Cuprizone-induzierte Demyelinisierung oder die fokale, stereotaktische Lysophosphatidylcholin-induzierte Demyelinisierung. Wir haben darüber hinaus ein neues Multiple Sklerose (MS) Tiermodell entwickelt welches wesentliche Aspekte der MS Pathologie besser wiederspiegelt als die bisher verwendeten Modelle.

Zahlreiche genetisch-manipulierte Versuchstiere stehen uns für funktionelle Analysen zur Verfügung. Im Rahmen einer engen Kooperation mit dem MS-Zentrum in Amsterdam und der Rechtsmedizin Rostock haben wir darüber hinaus die Möglichkeit, tierexperimentell gewonnene Erkenntnisse auf ihre Relevanz im humanen zu untersuchen. Durch industrielle Kooperationen sind wir außerdem direkt an Zulassungsverfahren für neue Therapien beteiligt. Im Rahmen eines laufenden Projektes untersuchen wir beispielsweise, ob FTY720 (Handelsname Gilenya®; Hersteller Novartis) oder Siponimod (Hadelsname Mayzent®; Hersteller Novartis) zur Therapie chronisch-progredienter MS Verlaufsformen in Frage kommt.

Zur Beantwortung unserer Fragen stehen unserer Arbeitsgruppe eine ganze Reihe modernster Techniken zur Verfügung, unter anderem Design-based Stereologie und Neurolucida360-basierte Rekonstruktion von Gliazellen. Wir versuchen hier klassische anatomische Bildgebung mit innovativen Auswertmethoden zu kombinieren, um so einen Rückschluss auf funktionelle Zusammenhänge tätigen zu können.

Aktuell laufende Projekte

  • Aktivierung der "unfolded Protein Response" bei Multipler Sklerose: Funktion im Rahmen der Läsionsentstehung und Progression DFG
  • „WeSeniMuS“ (Wearable Sensors in Multiple Sclerosis) – industrielle Förderung
  • Protektive Effekte von Siponimod bei Multipler Sklerose – industrielle Förderung
  • Anatomische Migrationsrouten von Immunzellen – industrielle Förderung

Wichtigste Publikationen

  1. Fischbach F, Nedelcu J, Leopold P, Zhan J, Clarner T, Nellessen L, Beißel C, van Heuvel Y, Goswami A, Weis J, Denecke B, Schmitz C,         Hochstrasser T, Nyamoya S, Victor M, Beyer C, Kipp M (2019) Cuprizone-induced graded oligodendrocyte vulnerability is regulated by the transcription factor DNA damage-inducible transcript 3. Glia. 2019 Feb;67(2):263-276
  2. Rüther BJ, Scheld M, Dreymueller D, Clarner T, Kress E, Brandenburg LO, Swartenbroekx T, Hoornaert C, Ponsaerts P, Fallier-Becker P, Beyer C, Rohr SO, Schmitz Ch, Chrzanowski U, Hochstrasser T, Nyamoya S, and Kipp M (2017) Combination of cuprizone and experimental autoimmune encephalomyelitis to study inflammatory brain lesion formation and progression. Glia (2017)
  3. Clarner T, Diederichs F, Berger K, Denecke B, Gan L, van der Valk P, Beyer C, Amor S, Kipp M (2012) Myelin debris regulates inflammatory responses in an experimental demyelination animal model and multiple sclerosis lesions. Glia.60(10):1468-80.
  4. Clarner T, Janssen K, Nellessen L, Stangel M, Skripuletz T, Krauspe B, Hess FM, Denecke B, Beutner C, Linnartz-Gerlach B, Neumann H, Vallieres L, Amor S, Ohl K, Tenbrock K, Beyer C, Kipp M (2015) CXCL10 triggers early microglial activation in the cuprizone model. Journal of immunology.194(7):3400-13.
  5. Draheim T, Liessem A, Scheld M, Wilms F, Weissflog M, Denecke B, Kensler TW, Zendedel A, Beyer C, Kipp M, Wruck CJ, Fragoulis A, Clarner T (2016) Activation of the astrocytic Nrf2/ARE system ameliorates the formation of demyelinating lesions in a multiple sclerosis animal model. Glia.64(12):2219-30.
  6. Huizinga R, van der Star BJ, Kipp M, Jong R, Gerritsen W, Clarner T, Puentes F, Dijkstra CD, van der Valk P, Amor S (2012) Phagocytosis of neuronal debris by microglia is associated with neuronal damage in multiple sclerosis. Glia.60(3):422-31.
  7. Janssen K, Rickert M, Clarner T, Beyer C, Kipp M (2016) Absence of CCL2 and CCL3 Ameliorates Central Nervous System Grey Matter But Not White Matter Demyelination in the Presence of an Intact Blood-Brain Barrier. Molecular neurobiology.53(3):1551-64.
  8. Kipp M, Gingele S, Pott F, Clarner T, van der Valk P, Denecke B, Gan L, Siffrin V, Zipp F, Dreher W, Baumgartner W, Pfeifenbring S, Godbout R, Amor S, Beyer C (2011) BLBP-expression in astrocytes during experimental demyelination and in human multiple sclerosis lesions. Brain, behavior, and immunity.25(8):1554-68.
  9. Scheld M, Ruther BJ, Grosse-Veldmann R, Ohl K, Tenbrock K, Dreymuller D, Fallier-Becker P, Zendedel A, Beyer C, Clarner T, Kipp M (2016) Neurodegeneration Triggers Peripheral Immune Cell Recruitment into the Forebrain. The Journal of neuroscience : the official journal of the Society for Neuroscience.36(4):1410-5.
  10. Skripuletz T, Hackstette D, Bauer K, Gudi V, Pul R, Voss E, Berger K, Kipp M, Baumgartner W, Stangel M (2013) Astrocytes regulate myelin clearance through recruitment of microglia during cuprizone-induced demyelination. Brain: a journal of neurology.136(Pt 1):147-67.

Abschlussarbeiten

Wir sind immer auf der Suche nach engagierten, motivierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler. Von Masterstudierenden und medizinischen Doktoranden erwarten wir eine mindestens halbjährige Forschungsarbeit. Bei medizinischen Doktoranden ist hierfür ein Freisemester zwingend erforderlich. Wir bieten spannende wissenschaftliche Fragestellungen, eine enge und zielorientiertes Betreuung, auch an den Wochenenden, Erstautorenschaft bei entsprechender Leistung, Besuche von nationalen und/oder internationalen Kongressen, ein internationales, junges, dynamisches Team, sowie eine breite wissenschaftliche Ausbildung. Falls Sie Interesse an einer Forschungsarbeit bei uns haben melden Sie sich bitte bei Prof. Dr. Dr. Markus Kipp